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ANDEEP 3, Donnerstag, 03. März, 41.Expeditionstag   Print 


© Senckenberg - Armin RoseThe long multicorer deployment phase, starting the night before last, not ending until yesterday around noon, apparently took its toll more than I had expected. Somehow I must have missed the ringing of my alarm clock this morning. Maybe it was the gentle rocking of the ship in the approaching storm, but maybe my body just took what in these days of sampling is the most precious commodity: sleep! Today I am taking it easy, © Senckenberg - Armin Roseobserving and photographing graceful birds outside and writing a little bit for the cruise report.
The tiresome nightly sampling was very successful, though. Three multicorer deployments yielded 35 of 36 possible sediment cores. The third haul was a very close call because the MUC had not triggered on the bottom, which means the lids had not been closed on the underside of the tubes. But somehow the sediment cores had reached the surface unharmed by a 1.5-hour journey through nearly 5 km of water column inside the tubes that were open on the underside. This was only possible because of the high content of sticky clay in the sediment. However, when the tubes were exposed to air, their fate seemed determined. We watched the cores being driven out of the tubes by gravity, and one of them disappeared with a splash in the depths of the Weddell Sea. But luck and the abilities of the deck crew let the multicorer trigger while hanging in the air. Eleven of the 12 cores were saved! These were as usual distributed among the different groups of scientists and processed in the following hours.
© Senckenberg - Armin RoseAnnika Henche and I are interested in very small copepods, especially the Harpacticoida, distant relatives of the small crustaceans in our ditches and ponds. In the deep sea these little animals are represented by a sometimes immense number of species. We members of the DZMB want to find out whether this species richness is different in different ocean basins. We also found members of other very interesting organism groups, such as the tiny lorociferans. These were discovered and described only 20 years ago. But, as the last deployment of the MUC shows, sometimes the practical side of marine sciences can be just as exciting as the more theoretical one.

Der lange nächtliche Multicorer-Einsatz bis hin zum gestrigen Mittag ging offenbar doch nicht so spurlos an mir vorüber wie zunächst gedacht. Denn irgendwie muss ich das Klingeln des Weckers heute Morgen wohl dezent überhört haben. Vielleicht war es das sanfte Schaukeln des Schiffes im aufkeimenden Sturm, vielleicht hat sich mein Körper aber auch nur das genommen, was hier zu Zeiten der Probennahme als knappste Ressource besonders hoch gehandelt wird: Nämlich Schlaf! Heute lasse ich den Tag etwas ruhiger angehen, beobachte und fotografiere vom Deck aus die schwerelos dahingleitenden Vögel und schreibe ein wenig am Fahrtbericht.
© Senckenberg - Armin RoseImmerhin war unsere aufreibende nächtliche Probennahme äußerst erfolgreich gewesen. Die drei Multicorer-Einsätze erbrachten 35 von 36 möglichen sedimentgefüllten Rohren. Dabei war es beim dritten und letzten Hol ganz schön knapp geworden, hatte doch der Multicorer (MUC) am Meeresboden gar nicht ausgelöst, sprich die Verschlussdeckel waren nicht unter die Rohre geklappt worden. Doch irgendwie waren die Sedimentkerne in den unten nunmehr offenen Rohren während ihrer 1 ½-stündigen Reise durch fast 5 Kilometer Wassersäule nahezu verlustfrei bis zur Oberfläche gelangt. Dies war nur aufgrund des hohen Kleigehaltes im Sediment möglich gewesen. Als die Rohre jedoch an die Luft gelangten, nahm das Drama seinen Lauf: Wir sahen, dass die Bohrkerne nun gemäß der Schwerkraft langsam aus den Rohren zu sacken begannen, und einer verabschiedete sich bereits mit einem Platschen in die Tiefen des Weddellmeeres. Doch durch glückliche Umstände und das Können der Decksmannschaft löste der Multicorer über der Wasseroberfläche hängend doch noch aus. 11 der 12 Sedimentkerne waren gerettet! Diese wurden anschließend, wie gewohnt, in mehrstündiger Arbeit von den einzelnen Forschergruppen weiter verarbeitet.
Annika Henche und ich interessieren uns dabei besonders für kleinste Ruderfußkrebse aus der Gruppe der Harpacticoida, welche entfernte Verwandte der Hüpferlinge in unseren Gräben und Teichen sind. In der Tiefsee sind diese Krebschen mitunter ungeheuer artenreich vertreten. Wir vom DZMB möchten herausfinden, ob dieser Artenreichtum in verschiedenen Tiefseebecken unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Aber auch aus anderen interessanten Organismengruppen fanden wir bereits Vertreter, so unter anderem einen winzigen Loriciferen (Korsettträgertierchen). Diese Tiergruppe wurde erst vor 20 Jahren entdeckt und beschrieben. Aber wie unser letzter MUC-Einsatz zeigt, kann nicht nur diese theoretische, sondern eben auch die ganz praktische Seite der Meeresforschung äußerst spannend sein.



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